Die Personen im "Tagebuch einer Verlorenen" zur Startseite
 
 Hauptfiguren

Szene aus der Verfilmung von G. W. Pabst, 1929

 Nebenfiguren

 
 
 
 
 
Hauptfiguren
 
  »Thymian Gotteball« Die fiktive Tagebuchschreiberin und Hauptperson. Einzige Tochter des Apothekers Ludwig Gotteball und seiner ersten Frau. "Den verrückten Namen hat meine Mutter für mich ausgesucht. ... Die Kinder sagen, er riecht nach Apotheke. und die Jungen sagen noch etwas viel Schrecklicheres..." (Seite 6).
 
 
»Vater Ludwig« Apotheker, Vater von Thymian. Nach dem Tod seiner "immer kränklichen" Frau mehrere Eskapaden mit den angestellten Haushälterinnen, bis er eine von ihnen - Lene Peters - heiratet (Seite 60).

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»Tante Frieda« "Vater hat nur eine Schwester, Tante Frieda, unverheiratet und bucklig und hier ansässig." (Seite 6) Sie wird von Thymian mehrfach als Negativ-Vorbild gesehen. Als Thymians Schwangerschaft aufgedeckt wird, bekommt sie Unterstützung von Tante Frieda.

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»Meinert« Provisor in der elternlichen Apotheke, später Teilhaber. "Wenn meine Freundinnen und ich früher Schokolade von ihm haben wollten. mußten wir ihm immer einen Kuß dafür geben." (Seite 9). Verführt die 15-jährige Thymian in einer schwachen Stunde (Seite 56ff).

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»Casimir Osdorff« "Dann war da auch ein richtiger Graf, Casimir Osdorff mit zwei f, das ist nämlich feudaler, sagt er." (Seite 17). Jugendfreund, später Zuhälter- als "Fliebenheinrich "wegen seiner etwas vorhängenden Unterlippe" - und Ehemann von Thymian.

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»Frau Kindermann« lernt Thymian in Hannover über Konni Liesmann kennen. Deren Freundinnen sind "alle von einem gewissen Odium umgeben" (Seite 106). Kindermann betreibt einen "Salon" in Hannover, später in Hamburg, und überredet Thymian zu einem Leben in der Halbwelt. 1902 trifft Thymian sie in Leipzig wieder. Immer noch sehr geschäftstüchtig, als Heiratsvermittlerin.

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»der alte Graf Y.« "Doktor Bauer war zur Zeit Hauslehrer beim Grafen von und zu Ypsilon, der in Berlin ein großes Tier und Casimirs Vormund ist." (Seite 26). Nach Casimirs Tod wird er der "Gönner" von Thymian, der sie großzügig versorgt. Aber er ist alt und auf Dauer zu langweilig.

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»Julius, der Doktor« "Er hat ein so schönes Profil gehabt, eine Adlernase und prachtvolle braune Augen." (Seite 153) Thymians große, unerreichbare Liebe. Er ist Arzt mit großer Praxis, verheiratet, vier Kinder. "Und er sagt, er brauche zuweilen Ausspannung und Zerstreuung und Ablenkung..." Ihr Verhältnis entwickelt sich zu einer echten Freundschaft, mit Höhen und Tiefen.

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»Der Junggeselle D...« Neben Graf Y und Julius der dritte Mann in Thymians Kurtisanen-Leben, zu dem sie eine langfristige freundschaftliche Beziehung unterhält. Sie trifft ihn - nach ihren Versuchen, als Pensionswirtin ehrbar zu werden - in einer Bar. "..und erwischte einen netten Menschen, der mich in seine hochelegante Junggesellenwohnung nahm; D. heißt er und ich gefiel ihm so rasend, daß er mir ein festes Verhältnis anbot." (Seite 186) D. verletzt sie mehrfach, weil er meint, sie nur mit viel Geld - das er nicht hat - dem Grafen ausspannen zu können.

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Nebenfiguren
 
  »Thymians Mutter« "Meine Mutter war immer kränklich, solange ich denken kann. Ich habe sie nie lachen hören." (Seite 6) - Als Thymian 10 Jahre alt ist, erkrankt die Mutter sehr schwer und stirbt ein Jahr später (Seite 11), ohne dass der Leser ihren Vornamen erfährt.

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»Lehnsmanns Pohns« "Tante Lehnsmann brachte mir gestern das Tagebuch als verspätetes Konfirmationsgeschenk." (Seite 5) - Gemeint ist Tante Frauke, die mit dem Lehnsmann Pohns verheiratet ist. Die lustige Episode bei den "geizigen Verwandten" liefert den scharfen Kontrast zu der nachfolgenden Katastrophe...(Seite 45ff).

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»Lene Hannemann« "Als Stubenmädchen hatten wir damals Lene Hannemann... Lene war erst siebzehn Jahre und ein sehr nettes, hübsches Mädchen." (Seite 14) - Die erste der Haushaltshilfen, mit der Thymians Vater ein Verhältnis eingeht.

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»Pastor Flau« Nach dem Tod der Mutter 1883 muß Thymian nach T... in den Haushalt des dortigen Pastors (Seite 15ff). "Die Lebensführung im pastorlichen Haushalt machte seinem Namen alle Ehre: sie war mehr als flau."

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»Die Fräulein Saß« Pastor Flau wird versetzt - Thymian wohnt ab 1894 in der Pension der beiden Fräulein Saß (Seite 16ff). Ein halbes Jahr später wird sie von der Schule relegiert und kommt wieder zurück nach G.

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»Frl. Reinhard« "Im Haus hatte sich wenig verändert, nur daß statt der ollen Köchin eine Wirtschafterin im Hause war, eine ganz hübsche, aber sehr dicke Person. Fräulein Reinhard hieß sie." (Seite 25) Vater Gotteball schwängert das Fräulein - sie packt ihre Sachen...

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»Elisabeth« "Wir haben eine sehr Nette bekommen. Eine ganz reizende, liebe, nette, junge Person." (Seite 31) In Gotteballs Haushalt die Nachfolgerin von Frl. Reinhard. Auch in Vaters Bett. Aber diesmal kommt es zur Katastrophe...

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»Lene Peters« "Wir haben eine Witwe als Haushälterin, eine schmeichlerische, behäbige Person mit einem glatten, weißen Gesicht und schwarzem Haar." (Seite 58) Die Nachfolgerin von Elisabeth hat den Bogen raus - sie wird die nächste Frau Apotheker Gotteball... "übrigens scheint es mit der Heirat doch pressiert zu haben."

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»Konni Liesmann« "Ein schönes weib mit goldrotem Haar und milchweißer, hier und da von ein paar blassen Sommersprossen durchsetzter Haut" (Seite 72) Thymi trifft zum erstenmal auf sie bei der Hebamme in Hamburg. Auch Konni ist schwanger, hat aber einen Liebhaber, der für sie sorgt. "Wenn man so viel geliebt habe, wie sie, sei man allmählich 'durch', die Hauptsache sei, daß man seine existenz sichere." Später wird Thymian bei ihr Zuflucht finden...

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»Erika Susanne« "Ein Mädchen ist's. Erika Susanne ist es getauft."(Seite 79) Das Kind, das Thymian bei einer Hebamme in Hamburg zur Welt bringt. Vater und Tante Frieda wollen es zur Adoption wegzugeben, die Hebamme kennt Interessenten, Thymian bleiben Versprechungen. Acht Jahre später findet sich eine Todeanzeige im Tagebuch...

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»Konsul Peters« und seine Frau haben Tymians Tochter, Erika Susanne, adoptiert. Sie wohnen in Hamburg, Eimsbüttel, sind reich und wohlhabend. Als Thymian ins "Milieu" gerät, stößt ihre Güte an Grenzen.

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»Emil Raschke« liest Thymian in Hamburg auf, als sie 18jährig auf der Flucht aus der Besserungsanstalt nach Hannover noch einmal ihre Tochter sehen will, aber keine Bleibe für die Nacht findet (Seite 100) Konni Liesmann meint später "ich solle ihr keine Wippchen vormachen und das Dümmeren weismachen, daß ein Mann nachts ein Mädchen mit auf die Bude nähme und ihr zwanzig Mark schenke für nichts und wieder nichts."

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»Herr von Vohsen« der "Gönner" von Konni Liesmann in Hannover. "Er bezahlt die Miete und gibt Konni moantlich dreihundertfünfzig Mark, außer den vielen, vielen Geschenken." (Seite 105) Das hindert Konni nicht an einer Liebschaft mit einem Oberstleutnant, "in den sie rasend verliebt ist".

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»Albert Glimm,
Herr Kirschbaum«
Thymians erste Herren-Bekanntschaften in Hannover. "Um neun kamen zwei Herren, Freunde von Frau Kindermann, beide sehr elegant. Einer schlank, bartlos, mit einem Monocle, und einer dick mit einem schwarzen, gestutzten Bart und einer krummen Nase. Der erste heißt Albert Glimm und der andere Kirschbaum." (Seite 109)

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»Ludwig
«
Thymians "Kavalier" in Frau Kindermanns Salon in Hamburg (Seite 120ff). "Ludwig sieht aber immer noch die Dame in mir." Als ihm Thymians Gewerbe klar wird, reagiert er hysterisch.

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»Frau Beidatsch« Tymians erste Zimmerwirtin in Berlin, Zimmerstraße. "Eine dicke Person in einer hellen Kattunjacke, mit sehr starkem Leib, schlaffen, gelben Gesichtszügen, in denen sich ein Kneifer ganz drollig ausnimmt, und lange Hände, deren Magerkeit auffallend mit der Körperkorpulenz kontrastiert." (Seite 136)

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»Molly und Dolly« Prostituierte, Thymians Mitmieterinnen in der Zimmerstraße, auch "Ponys" genannt. "muß ich übrigens konstatieren, daß die beiden Schwestern Blunck - Molly und Dolly - sich sehr nett und gefällig und teilnehmend erwiesen, mir sogar öfters Blumen und Obst brachten[...]" (Seite 139) Molly wird in der Lotterie gewinnen, aber ein schreckliches Ende nehmen.

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»Emmy« "...die schöne Emmy, eine Busenfreundin von den Ponys, die 94 in Berlin viel gefragt wurde, dann aber Heimweh nach ihrem geliebten 'Dräsden', was ihre Geburtsstadt ist, bekam..." (Seite 212). Im Frühjahr 1898 besucht sie Thymian dort und erfährt ihre Geschichte. Und was es mit dem Lasalle-Portrait in der Wohnung auf sich hat. Später wird Thymian Emmy noch unter die Arme greifen. Aus Emmy wird Frau Häusling, und die will nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnert werden.

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»Maria von O.,
Fr. Wiegand«
"Ich habe jetzt auch eine Freundin, wie ich mir lange wünschte" - schreibt Thymian 1898 in ihr Tagebuch, "schön, mit tief über die Ohren gekämmtem Schwarzhaar, und mit feinstem Geschmack angezogen." (Seite 230). Thymian ahnt die Leidensschwester in ihr. über Fräulein Wiegand, Marias verkrachte Freundin, erfährt sie Marias Vergangenheit. Als die auf Thymians Wirkung auf Männer aufmerksam wird, kommt es zum Bruch. Maria schreibt einen anonymen Brief an Graf Y.

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»Grete« Eine ehemalige Freundin Thymians aus den hamburger Tagen (Seite 122). 1902 trifft Thymian sie in Berlin wieder, und sie freunden sich vorsichtig an. Grete schreibt und ist auf Stoff-Suche. da erfährt sie von Thymians Tagebuchaufzeichnungen...(Seite 296)

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