zurück Seite 56:    Ich weiß nicht, wie mir war... nächste Leseprobe
 
  5-1 weiter
Elisabeth ist in 's Wasser gegangen. Thymian - 15 Jahre alt - kann's nicht fassen. Meinert - der Provisor in Vaters Apotheke - sieht seine Stunde gekommen. "Ja, dann will ich man gehen," sagte er und stand auf. Als er schon an der Tür war, überfiel mich wieder die Angst, ich fing an zu weinen und da kehrte er um und setzte sich wieder auf mein Bett und nahm meinen Kopf in seine beiden Hände und beugte sich tief über mich, so dass ich trotz der Dunkelheit gerade in seine flimmernden blauen Augen sehen musste. Ich weiß nicht, wie mir war. Ich wusste damals auch nicht, wofür und vor was ich mich eigentlich so grenzenlos fürchtete.
 
  5-2 weiter
Mein Herz klopfte vor Angst, mir graute vor Meinert und doch ging ein seltsames Zucken und Beben durch meinen Körper, irgendein fremdes, rätselhaftes Empfinden, das ich nie vordem kannte. Ich duldete seine Küsse und duldete es, dass er mich fester und fester an sich drückte. Ich war wie betäubt. Ich wollte mich aus seiner Umklammerung befreien und ihn abschütteln, aber ich hatte nicht die Kraft dazu - - -
 
  5-3 weiter
Am Morgen danach... Wie ich noch vor mich hinschluchzte, ging die Tür und Meinert kam herein. Er sprach sehr gut, sehr zärtlich zu mir und sagte, ich wäre nun seine Geliebte, und wir würden niemand unser Geheimnis merken lassen. Er liebe mich ja seit meiner Kindheit. - Vielleicht würden wir uns noch mal heiraten. Vorläufig sei es so viel schöner. Ich antwortete nichts; konnte nichts antworten. - -
 
 
zurück [Startseite]   [Leseproben-Auswahl]   [nächste Leseprobe]... nächste Leseprobe

 
 
 
 
 
  nach oben