zurück Seite 62:    Ich täte Schande übers Haus bringen... nächste Leseprobe
 
  6-1 weiter
Immer noch 1888
Der Meinert betrachtet Thymian als seine Geliebte. Und es bleibt nicht beim ersten Mal. Auch nicht bei Vater: er heiratet wieder, Lene, die grad Haushälterin ist. Die will Mutter werden - aber nicht Oma...
Die Lene sah mich zuweilen argwöhnisch an und stellte einmal allerhand verfängliche Fragen, ob ich wüsste. so und so ... nein, das mag ich nicht alles niederschreiben. Ich wurde dunkelrot und dann wieder kreideweiß, und die Lene wurde auch grünweiß vor Wut und plötzlich, ehe ich mich versah, wirft sie mir rechts und links ein paar Ohrfeigen an den Kopf, dass mir Hören und Sehen vergeht und ich laut aufschreie.
 
  6-2 weiter
[...] und die Lene heult laut und schreit alles heraus... Sie hätte es schon lange an meiner Wäsche gemerkt und ich täte Schande übers Haus bringen. Es sei kein gutes Haar an mir, ich taugte in meiner Haut nichts, und sie bereute es, in solche Familie hineingeheiratet zu haben. Vater solle sich nur seine hoffnungsvolle Tochter einpökeln.
 
  6-3 weiter
Der Vater in spe... Nachher kam Meinert. Er sah bitterböse aus und war wütend. "Hättest du mir gleich gesagt, was los ist, wäre es gar nicht so weit gekommen," schrie er, "ich hätte dir ein paar Tropfen eingegeben und dann wäre alles in Ordnung. Nun haben wir die Bescherung. Dein Vater heult wie ein altes Weib, und deine Stiefmutter blökt das Haus zusammen, morgen weiß es die ganze Stadt..."
 
 
zurück [Startseite]   [Leseproben-Auswahl]   [nächste Leseprobe]... nächste Leseprobe

 
 
 
 
 
  nach oben