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Meinert hat die 15jährige Thymian geschwängert. Die Verwandtschaft ist entsetzt, der Familienrat tagt. "Tante Frieda bestand darauf, ich solle erst gefragt werden, ob ich Meinert auch heiraten wolle." Der äußert seine Meinung... "Ja, verehrte Herren," sagte er und rieb seine mageren knochigen Hände. "Wenn die Sachen so liegen, wollen wir doch lieber von der Geschichte absehen. Es ist doch wahrhaftig nicht so aufzufassen, als ob ich hier der bittende Teil bin. Im Gegenteil. Ich leugne nichts ab. Ich hab ein kleines Techtel-Mechtel mit der Thymian gehabt. Gut. Die Folgen machen sich bemerkbar. Bon. Weil sie die Tochter meines Chefs und meines besten Freundes ist, stehe ich nicht an, meine Pflicht zu tun und sie zu heiraten.
 
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Ich bin eben Gentleman. Sonst - wenn das nicht wäre, wenn ich krittelig sein wollte, hätte ich Gründe genug zur Retirade. Die Thymian ist ein Racker... hat Temperament, die Kleine. Mit dem jungen Grafen Osdorff geht sie auch... Wer will mir denn beweisen, dass ich gerade..."
 
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Thymian will nicht. Auf keinen Fall. Und Tante Frieda unterstützt sie. Sie nickte. "Das hab' ich mir gedacht, und ich kann dir nicht Unrecht geben. Sei still, Liebes. Ich will mit Vater reden. Wir wollen ihn hier herkommen lassen. Wir wollen sehen, was zu machen ist."
Sie sprach eine lange Weile zu mir; ich habe nicht alles behalten, was sie redete, aber es waren gute, liebe, freundliche Worte, kein Schelten, keine Vorwürfe, keine bissigen Anspielungen.
 
 
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