zurück Seite 80:  ...ihnen das Kindchen zu schenken oder zu verkaufen... nächste Leseprobe
 
  8-1 weiter
Thymian, kaum sechzehn, hat ein Mädchen geboren: Erika Susanne. Vater und Tante Frieda kommen nach Hamburg, und die Hebamme hat eine Empfehlung... In derselben Nacht nämlich, wo Klein-Erika geboren wurde, hat sie bei einer sehr reichen Familie ein Kindchen geholt, auch ein Mädchen, das aber schon am nächsten Morgen starb.
[...]
Da erzählte Frau Rammingen von mir und Klein-Erikachen, und die Leute meinten daraufhin, ob wir nicht geneigt wären, ihnen das Kindchen zu schenken oder zu verkaufen. Sie wollten es adoptieren und es ganz als eigen erziehen und behalten.
 
  8-2 weiter
Ich lachte Frau Rammingen aus und sagte, dass ich meinen süßen kleinen Schatz nicht um ein Haus voll Geld verkaufe, aber Vater und Tante Frieda waren anderer Ansicht.
[...]
Ich weinte und schrie und bettelte, aber es hörte kein Mensch auf mich, und sie machten hinter meinem Rücken alles mit Konsul Peters - so heißt die Familie - ab, [...]
 
  8-3 weiter
Fünf Tage später wird das Kind abgeholt. "Es war ein schrecklicher Abschied..." Der alte Herr Peters streichelte mir aber übers Haar und versprach mir, ich solle hin und wieder Nachricht bekommen, wie's Erikachen geht. Eigentlich hätten sie das nicht nötig, weil Vater in meinem Namen auf alle Rechte an das Kind verzichtet hat, aber Herr Peters versprach es. Zuletzt wurde ich vor Aufregung ohnmächtig, und als ich wieder zu mir kam, waren sie mit meinem Kindchen fort.
 
 
zurück [Startseite]   [Leseproben-Auswahl]   [nächste Leseprobe]... nächste Leseprobe

 
 
 
 
 
  nach oben