zurück S.195:     ein Faible für diese vornehmen, älteren Herren... nächste Leseprobe
 
  16-1 weiter
1897
Thymian "ist doch wieder dazugekommen". Als Osdorff im Gefängnis sitzt, taucht erstmals sein Onkel, der Graf Y auf, und nach Casimirs Ableben sieht Thymian ihre Chance gekommen.
Ich sah es diesen blauen, hellen Augen mit ihrem jugendlichen Feuer, die so gut zu dem grauen Bart stehen, gleich an, dass aus ihnen noch ein ganzer Teil unverbrauchter Manneskraft und überschüssiger Lebenslust schaut. Wie es mit gleich bei seinem ersten Besuch durch den Sinn ging. Das wäre dein Mann - und wie ich gleich heraus hatte, dass ich Eindruck auf ihn mache, und ich es nur darauf anzulegen brauche, ihm zu gefallen, so ist es gekommen. [...]
 
  16-2 weiter
Ich bin ganz glücklich. Und das beste ist, dass er mir so sehr sympathisch ist, und es mir nicht die geringste Überwindung kostet, ihm anzugehören. Ich habe immer ein Faible für diese vornehmen, älteren Herren mit ihren tadellosen Kavallierallüren und dem eleganten Exterieur gehabt.
 
  16-3 weiter
[...] "Wollen Sie sich mir anvertrauen, Thymian?" sagte er. "Ich bewundere und liebe Sie, seitdem ich Sie kenne, und Sie werden einen zuverlässigen Freund in mir finden, der ihnen die Freude erschließt. Wir kennen beide die Welt und das Leben und brauchen einander keine Komödie vorzuspielen. Ich werde mich nie mehr verheiraten. Aber ich will ihnen die Hände unter die Füße breiten und Ihnen alles geben und verschaffen, was einem jungen, schönen Weib Freude bereitet, und nur eine Bedingung stelle ich: Ich dulde keine anderen Götter neben mir."
 
  16-4 weiter
[...] Statt einer Antwort warf ich mich ihm an den Hals und küsste ihn wahnsinnig vor lauter Dankbarkeit und innerer Freude. Er hielt es aber jedenfalls für den Ausbruch eines wirklichen leidenschaftlichen Gefühls und wurde ganz heiß und rot und wir waren wie ein ganz junges, glückliches Liebespaar...  
 
 
zurück [Startseite]   [Leseproben-Auswahl]   [nächste Leseprobe]... nächste Leseprobe

 
 
 
 
 
  nach oben